Stadt-Land-Boden

Stadt-Land-Boden

Weltweit verlieren wir in jeder Minute fruchtbare Flächen der Größe von etwa 30 Fußballfeldern durch Degradation, Erosion und Überbauung. Verantwortlich hierfür sind das Flächen- und Bevölkerungswachstum der Städte, unangepasste Formen der Landwirtschaft, das Fehlen von Methoden und Techniken eines effektiven Bodenschutzes speziell in Gebieten mit hoher Niederschlagsintensität und in Trockengebieten. Ein nachhaltiges Land- und Flächenmanagement könnte den Verlust fruchtbarer Böden eindämmen.

 

Urbanisierung – Ursachen, Folgen, Perspektiven

Weltweit wächst der Anteil der Stadtbewohner an der Weltbevölkerung. Laut UN werden im Jahr 2050 etwa zwei von drei Menschen weltweit in Städten leben. Während der ländliche Raum Bevölkerung verliert, müssen Städte beständig wachsen, um allen Bewohnern ausreichend Platz zu bieten. Folgen dieses Wachstums sind Bodenkontamination, Degradation und Erosion und vollständiger Verlust der Bodenfunktionen durch Überbauung und Versiegelung.

In Deutschland wird durch Umwidmung, Neuplanung und Überbauung täglich das Schicksal von etwa 75 Hektar Boden besiegelt, der ursprünglich Naturraum oder forst- oder landwirtschaftliche Nutzfläche war. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Doch die Zielsetzung ist ehrgeizig, denn die Dynamik des Flächenwachstums der Städte schein zumindest in Europa nicht ausschließlich vom Wachstum der Stadtbevölkerung bestimmt zu werden. Selbst die schrumpfenden Städte verzeichnen ein Nettoflächenwachstum. Eine Ursache könnte der gestiegene individuelle Bedarf nach Grundstücks- und Wohnfläche sein sowie die enorm gestiegene Zahl der Single-Haushalte.