Transformation durch Veränderung von Praxis

Der Soziologe und Mitbegründer der Futurzwei-Stiftung Harald Welzer spricht am 22. Oktober 2016 ab 13:30 Uhr in der Hochschule für Technik und Wirtschaft über die Rolle lokaler Initiativen für einen gesellschaftlichen Wandel zur Nachhaltigkeit. Damit ist Welzer der Einladung des ARTS-Transformationsforschungsprojektes des Dresdner Leibnitz-Instituts für ökologische Raumentwicklung und des Umundu-Festivals gefolgt.
Die Veranstaltung wird vom Beigeordneten für Stadtentwicklung Raoul Schmidt-Lamontain eröffnet. Im Anschluss an den Vortrag von Harald Welzer berichtet Markus Egermann, Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung von den Ergebnissen des ARTS-Forschungsprojekts, das in fünf europäischen Städten, darunter auch Dresden, nach zentralen Faktoren zur Beschleunigung eines Wandels zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft forschte. Die Veranstaltung bildet den öffentlichen Abschluss IÖR-Forschungsprojekts des ARTS-Teams in Dresden.

Programm

22.10.2016 | 13:30 - 15:30 | Hochschule für Technik und Wirtschaft, Audimax


Begrüßung: Raoul Schmidt-Lamontain (Bürgermeister, Beigeordneter für Stadtentwicklung Stadt Dresden)

Transformation durch Veränderung von Praxis: Zur Bedeutung lokaler Initiativen für die Zukunftsfähigkeit unserer Städte,
Harald Welzer (FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit)

Den Wandel zur Nachhaltigkeit beschleunigen: Ansätze zur Förderung lokaler Nachhaltigkeitsinitiativen in Dresden,
Markus Egermann (ARTS-Team, IÖR)

Vom Wissen zum Handeln, Podiumsgespräch
Harald Welzer, Raoul Schmidt-Lamontain, Julia Leuterer (Dresden im Wandel, Lokale Agenda21 für Dresden e.V.) und Markus Egermann

Moderation: Norbert Rost (Projektleiter Zukunftsstadt)

Accelerating Transition - Den Wandel beschleunigen

Quelle: ARTS-Blog

ARTS: Accelerating and Rescaling Transition to Sustainability

Wie lässt sich die Gesellschaft nachhaltiger gestalten? Das fragen sich weltweit immer mehr Menschen und entschließen sich nicht selten dazu selbst aktiv zu einer nachhaltigeren Gesellschaft in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld beizutragen. Somit sind in den letzten 20 Jahren gerade auf lokaler Ebene verschiedene Initiativen entstanden, die versuchen, umweltverträgliche Lebensweisen aufzeigen und dabei häufig die derzeit vorherrschenden Produktions- und Konsummuster zur Erfüllung unserer Bedürfnisse in Frage stellen. Auch aus diesem Grund wird lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen ein beachtliches Potenzial bezüglich der Beschleunigung des Wandels zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zugeschrieben. Klare empirische Belege dafür, dass diese lokalen Initiativen über die Schaffung von Insellösungen hinaus auch Anstöße für einen breiteren, „bottom-up“ initiierten gesellschaftlichen Wandel geben können, gibt es jedoch kaum. Daher untersucht das Forschungsprojekt ARTS (Accelerating and Rescaling Transitions to Sustainability), welche Rolle lokale Initiativen für einen solchen „Wandel von unten“ spielen und welche Dynamiken sie hierfür auf stadtregionaler Ebene anstoßen (können). Das ARTS Projekt, koordiniert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) der Erasmus Universität Rotterdam und ausgeführt in Zusammenarbeit mit zehn europäischen Forschungspartnern, ergründet am Beispiel der Städte Brighton, Budapest, Dresden, Genk und Stockholm, wie lokale Initiativen den Wandel zu nachhaltigen Stadtregionen beschleunigen können. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte „lokale Nachhaltigkeitsinitiativen“ und die Frage, welche Bedingungen und Mechanismen deren Bemühen um eine Veränderung städtischer Infrastrukturen und Lebensstile befördern oder behindern. Dabei werden Nachhaltigkeitsinitiativen aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern genauer untersucht: aus dem Bereich der Lebensmittelversorgung (z. B. städtische Landwirtschaft und Lebensmittelkooperativen), dem Bereich der Mobilität und des Transports (z. B. Car- und Bike-sharing), hinsichtlich ressourceneffizienter Bau- und Siedlungsstrukturen, umweltfreundlicher Energieerzeugung, Umwelt- und Transitionsbildung sowie dem Bereich des Ressourcen- und Naturschutzes. Vor diesem Hintergrund führt das IÖR-Team eine umfassende Studie zur Stadtregion Dresden durch, in der sich in den letzten zwei Jahrzehnten unterschiedliche Initiativen, die auf einen gesellschaftlichen Wandel hinwirken, gegründet und gefestigt haben. Letztere sind zum Einen bereichsübergreifend, wie zum Beispiel die Bewegung „Dresden im Wandel“, die „Lokale Agenda 21“ für Dresden, das „REGKLAM-Projekt“ und das integrierte Stadtentwicklungskonzept „Zukunft Dresden 2025“ von 2013. Zum Anderen sind die Initiativen auch bereichsspezifisch, wie zum Beispiel die „Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG“ (Lebensmittelkooperative), die „Bürgerkraftwerke“ (von Dresdner BürgerInnen betriebene Kraftwerke), der „DREWAG Innovationsfund“ zur umweltfreundlichen Energieerzeugung und Energieeinsparung oder auch die Initiative zum Aufbau von „Gemeinschaftsgärten in Dresden“.