12. Umundu-Festival
für nachhaltige Entwicklung

THEMA 2020

Von Resten
und Res­sour­cen

Berge aus Textil­resten, Deponien mit Haus­müll, Bau­schutt oder Elek­tro­schrott, Plastik, das sich aus den schwim­menden Abfall­inseln im Meer den Weg in unsere Nahrungs­kette und auf unsere Teller bahnt: Immer deut­licher bekom­men wir die glo­balen Aus­wir­kungen unserer Ent­schei­dungen darüber zu spüren, was wir weg­werfen, weiter- oder wieder­ver­wen­den, kau­fen oder nicht kau­fen. Ein müll­armes Le­ben zu füh­ren, ist für die­jeni­gen, die in einer Kul­tur der per­ma­nen­ten Ver­füg­bar­keit der Dinge auf­ge­wach­sen sind, eine enor­me He­raus­for­de­rung. Be­gra­ben wir also un­sere Lebens­grund­lagen all­mäh­lich unter einer Schicht von Ab­fällen der mo­der­nen Weg­werf­ge­sell­schaft?

Unter dem Titel „Müll – von Res­ten und Ressour­cen“ durch­wühlt und sor­tiert das 12. Umun­du-Fes­tival für nach­hal­tige Ent­wick­lung vom 9. bis zum 17. Ok­to­ber die Über­bleib­sel unserer mo­der­nen Lebens­weise. Gemein­sam mit Ex­pert­Innen und Be­sucher­Innen wollen wir heraus­finden, wie eine Welt ohne Müll geht.

Auf der Rückseite des schönen Lebens. Foto: Etienne Girardet

PROGRAMM

FESTIVAL
PROGRAMM

Trotz der zahlreichen Ungewissheiten, die dieses außergewöhnliche Festivaljahr für uns alle bereithielt, konnten wir ein spannendes und vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Workshops, Exkursionen, Filmen, Diskussionsrunden zusammenstellen unter anderem mit Beiträgen zu: Technospäre und Müll, Globale Wege des Mülls, Abfallwirtschaft in Dresden, Murks und geplanter Verschleiß, Plastikwelten, Müll in der Stadt und in der Baubranche, Zirkuläres Bauen, IT und Elektroschrott, Open Source, Abfall und Umweltschutz aus internationaler Perspektive, Cradle to Cradle, Kreislaufwirtschaft, Zero Waste, DIY, DIT & Repair Café, Verpackungsfreier Konsum und Müllvermeidung, Kleidung & Upcycling, Öffentliche Beschaffung in Dresden, Low-Waste-Kitchen, Pre- und Upcycling u.a.
Unter dem Button gelangt ihr zum aktuellen Festivalprogramm. Viel Spaß beim Durchstöbern.

9.10.—11.10.2020

Fes­tival­sym­posi­um

Kulturforum riesa efau, Wachsbleichstraße 4A, 01067 Dresden

Das diesjährige Symposium wirft einen ent­wick­lungs­poli­tischen Blick auf Gegenwart und Zukunft des Phänomens Müll. Die Programmbeiträge widmen sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage, was Müll überhaupt ist, wie er entsteht, verwaltet, gelagert oder wiederverwertet wird.

Das Symposiumsprogramm richtet sich an interessierte Bürger:innen, MultiplikatorInnen und MitarbeiterInnen aus Politik, Verwaltung, Kultur und Bildung, die Lust haben, sich mit Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivil­gesellschaft über drängende Fragen unserer Zeit auszutauschen.

Live Stream & Chat

Die Veranstaltungen in der Motorenhalle am 9. und 10. Oktober wurden als Livestream übertragen und können auf unserem YouTube-Kanal angeschaut werden.

12.10.—17.10.2020

Festi­val-
woche

in Kooperation mit AkteurInnen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Bildung & Wissenschaft, Wirtschaft und Politik

Mit zahlreichen Beiträgen lokaler Initiativen zu unserem diesjährigen Themenschwerpunkt »Müll - von Resten und Ressourcen« zeigt die Festivalwoche, was die Dresdner Nachhaltigkeitsszene so treibt. In Vorträgen, Workshops, Diskussionsrunden oder Exkursionen kannst du dich an aktuellen Debatten beteiligen, nachahmenswerte Beispiele nachhaltiger (Alltags-)Praxis in Dresden kennenlernen, Kontakte knüpfen und selbst aktiv werden. Kinofreund:innen erwartet ein spannendes Filmprogramm in verschiedenen Dresdner Kinos. Reinschauen ist strengstens erlaubt.

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LESENSWERT

TEXTE
ZUM
THEMA

Wir möchten euch ein paar Bücher empfehlen, die eine wertvolle Informations- und Inspirationsquelle für unsere Arbeit waren und die uns mit unterschiedlichen Zugängen eine breitere Sichtweise auf Müll, Reste und Ressourcen ermöglichten.

Waste

Kate O'Neill, 2019: Waste. Oxford: Polity Press.

Müll

Müll ist Materie zur falschen Zeit am falschen Ort. Müll ist heute vermutlich eine der größten planetaren Rohstoffquellen. Von Möbeln aus Upcycling-Holz bis zum Gold, das aus alten Computern gewonnen wird, immer mehr Unternehmen finden Wege, vom Abfall zu profitieren, in dem sie Rohstoffe aus überfüllten Deponien gewinnen. Trotz aller Entwicklungen bleibt Müll eine ernste Gefahr für Mensch und Umwelt. Kate O'Neill analysiert in ihrem Buch die Entstehung einer globalen politischen Ökonomie des Mülls in den vergangenen zwei Jahrzehnten und schildert die Entstehung von politischen Initiativen und Mechanismen, die dabei helfen sollen, mit den Risiken des Mülls und den Möglichkeiten der zirkulären Stoffnutzung umzugehen.
Rubbish Theorie

Michael Thompson, 2017: Rubbish Theory. London: Pluto Press.

Müll

Müll ist nicht gleich Müll, er ist nicht nur ein entweder »vergänglicher« oder »dauerhafter« Rest nach der Kategorisierung von wertlosen Abfällen - Müll ist ein Prozess. Michael Thompson hat in seinem bereits 1979 veröffentlichten Buch Rubbish Theory gezeigt, dass »Wert« keine feste Eigenschaft von Gütern, sondern ein Ergebnis sozialer und kultureller Konventionen und Zuschreibungen ist. Daher kann nur in der Kategorie des Wertlosen, also im Müll, die Neubetrachtung der Dinge und die Neubewertung vom Vergänglichen zum Dauerhaften, vom Wertlosen zum Werthaltigen stattfinden.
Global Waste

David C. Wilson (Hg.), 2015: Global Waste Management Outlook. United Nations Environment Programme (UNEP).

Müll Armut & Reichtum

Gute Entscheidungen im Umgang mit Müll, den wir erzeugen zu treffen, ist einer der wichtigsten Beiträge der Menschheit zur Reduzierung unseres Einflusses auf die Natur. Der Global Waste Management Outlook (GWMO) erschien in einem kritischen Moment, an dem die Weltgemeinschaft wichtige Ziele definierte und Vereinbarungen traf, um die globale Erwärmung auf unterhalb von 2°C oberhalb der Durchschnittstemperaturen des vorindustriellen Zeitalters zu begrenzen. Der GWMO ist der erste zusammenfassende Darstellung der Entwicklung und des Ausmaßes globaler Abfall- und Stoffströme und des globalen Abfallmanagements.
Waste And Want

Susan Strasser, 1999: Waste and Want: A Social History of Trash. New York: Henry Holt.

Müll

Vor Beginn des 20. Jahrhunderts stanken Straßen und Menschen, allerdings gab es aber auch so gut wie keinen Abfall. Aufgrund der Knappheit an Gütern und Geld wurde nahezu alles wiederverwendet. Susan Strasser zeichnet ein lebhaftes Bild eines Amerikas, wo Schweine die Straßen nach Aas durchstreiften, Kinder Küchenabfälle sammelten und wandernde Händler Produkte gegen Lumpen und Knochen tauschten. In den vergangenen 100 Jahren haben sich die Amerikaner an die Bequemlichkeit, Verfügbarkeit, an Moden und permanenten technologischen Wandel gewöhnt - der Aufstieg des Massenkonsums führte zu einer Müllproduktion in einem bisher unvorstellbarem Ausmaß.
Inwastement

Jens Kersten (Hg.) 2016: Inwastement - Abfall in Umwelt und Gesellschaft. Bielefeld: Transcript.

Müll

Das Phänomen "Abfall" ist komplex und - so das zentrale Anliegen des Sammelbandes "Inwastement" - nicht allein über seine materiell-physische Erscheinung beschreibbar. Auch wenn die Aussage, dass Müll Materie zur falschen Zeit am falschen Ort ist, in Anlehnung an die Anthropologin Mary Douglas stimmen mag, so ist sie zugleich unzureichend. Schon in Thompsons Theorie des Abfalls wird deutlich, dass Müll auch das Produkt von sozialen Prozessen der Entwertung und Umbewertung der Dinge ist. Mit Inwastment wird im Sammelband ein begrifflich-theoretischer Rahmen vorgeschlagen, der Abfall über die Kategorien waste units, waste systems, waste agents und waste governance einer interdisziplinären Betrachtung zugänglich macht, die sich in den Kapiteln des Buches Dinge, Orte, Wege, Zeiten schrittweise erschließen lässt.
Plastik­atlas

Heinrich Böll-Stiftung & BUND (Hg.) 2019: Plastikatlas - Daten und Fakten über eine Welt voller Kunststoff.

Müll

Unser Planet versinkt im Plastik: Es ist im Boden, im Wasser, in der Luft. Doch Müllstrudel im Meer und Abfallhalden gigantischen Ausmaßes sind nur die eindrucksvollsten Auswirkungen der Plastikkrise. Wir essen Plastik, tragen Plastik als Kleidung am Körper und schmieren uns Mikroplastik aus Kosmetik ins Gesicht. Neben der Klimakatastrophe und dem Artensterben ist die Bewältigung der Plastikkrise die dritte große Herausforderung für die Menschheit.
Der "Plastikatlas" umreißt das Ausmaß der Plastikkrise und verdeutlicht, dass die wahren Gründe für die Verschmutzung unserer Umwelt mit Plastik nicht ein Problem der Entsorgung oder der Verbraucher*innen sind, sondern dass insbesondere international agierende Unternehmen ihrer großen Verantwortung nicht nachkommen.

DANKE & INFOS

DANKE
SCHÖN

Unser Dank gilt besonders den vielen ehrenamtlich arbeitenden HelferInnen, MacherInnen & ProgrammpartnerInnen, ohne deren Engagement und Unterstützung das Umundu-Festival nicht verwirklicht werden könnte. Bedanken möchten wir uns auch bei unseren langjährigen Förderern und SpenderInnen, die mit Vertrauen, gutem Rat und kritischem Blick dabei geholfen haben, das Festivalprojekt finanziell zu unterstützen.

Ein Projekt von:

Sukuma arts e.V.

Team:

Sina Alex, Christian Bärisch, Siv-Ann Lippert, Stephan Philipp, Jan Sarrazin, Katja Schiffner, Annika Schwippl

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Siv-Ann Lippert
presse@umundu.de
0351-26277179

Gestaltung:

Gesine Hildebrand (Gestaltung, Typo & Satz)
Veronika Richterová (Hairbels - PET-Art-Sculptures)
Michal Cihlář (Foto Hairbels © Michal Cihlář, 2007)

Webentwicklung & -gestaltung

Sebastian Weckend
Felix Hinze
Christian Bärisch


EIN PROJEKT VON


KOOPERATIONSPARTNER


FÖRDERER

Gefördert von Engagement Global im Auftrag des


SPONSORINGPARTNER


MEDIENPARTNER

CORONA-INFOS

FESTIVAL &
COVID-19

Aufgrund der aktuellen Corona-Epidemie möchten wir als Veranstalter des Umundu-Festivals allen interessierten ZukunftsgestalterInnen und BesucherInnen einen angenehmen Aufenthalt in unseren Veranstaltungen ermöglichen. Wir setzen mit einem Hygienekonzept die geltenden Behördenvorgaben zum Infektionsschutz (Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 25. August) um und möchten alle TeilnehmerInnen bitten, die allgemeinen Vorgaben zu beachten und verständnisvoll und solidarisch mit den Bedürfnissen anderer nach Infektionsschutz umzugehen. Unterstützt uns dabei, dass unsere Veranstaltungen ohne weitere Einschränkungen stattfinden und wir uns wieder wichtigen Zukunftsthemen zuwenden können.

Hygiene­konzept

Informiert euch über die aktu­ellen Be­stim­mung­en und sprecht uns bei Fragen an.

Achtet bitte auf einen Min­destab­stand von 1,5 Metern zu an­deren Perso­nen.

Die Abstands­re­geln in Räu­men werden einge­halten durch die Ver­ringerung der Teil­nehmer­Innen­zahl.

In regel­mäßigen Ab­stän­den erfolgt eine intensive Belüf­tung der Ver­an­stal­tungs­räu­me.

Bitte nutzt die Mög­lich­keiten zum Waschen bzw. zur Des­infek­tion der Hände.

Husten und Niesen bitte in die Arm­beuge oder ein Tasch­entuch.

Personen mit Krank­heits­symp­tomen bitten wir, vom Be­such der Veran­stal­tung ab­zu­sehen.

Bitte nutzt eine Mund-­Nasen-­Be­de­ckung, wenn der Ab­stand nicht ein­ge­halten wer­den kann.

Auf ein Speise­ange­bot ver­zich­ten wir. Ge­trän­ke können nach den Gastro-­Hy­giene­regeln ange­boten wer­den.

Falls ihr zur Risi­ko­gruppe gehört oder nicht kom­men könnt, nutzt die digi­talen Ange­bote.